Tibet Konflikt

Tibet Konflikt

Als Tibet 1950 von 50.000 chinesischen Soldaten der sogenannten Volksbefreiungsarmee besetzt wurde, war es für das Land nicht das erste Mal, dass es sich einer Fremdherrschaft unterwerfen musste. Seit dem 12. Jahrhundert wechselten Mongolen, Chinesen und Briten in der Besetzung des Landes, und obwohl die Machtverhältnisse immer wieder neu gestaltet wurden, beharrte China auf den Anspruch auf Tibet.

Hört man sich beide Seiten, also Chinesen und Tibeter, an, so gerät man schnell in ein Verwirrspiel der streitenden Parteien, denn China behauptet, dass Tibet seit 1720 ein fester Bestandteil des Landes sei. Die Tibeter dagegen bezeichnen sich seit dem Einmarsch der Briten als ein unabhängiges Land und werfen China widerrechtliche Annektion durch den Einmarsch der Mao Zedong Soldaten vor.

Das 1951 zwischen China und Tibet geschlossene sogenannte 17 Punkte Abkommen wird, wie soll es auch anders sein, von beiden Seiten recht unterschiedlich interpretiert. Während China in diesem Vertrag eine Rechtfertigung für seine Tibetpolitik sieht, behauptet die Gegenseite, dass dieses Abkommen nur unter militärischem Druck zustande kam und daher völkerrechtlich ungültig sei.

Für eine starke Zuspitzung des Konflikts sorgt die Siedlungspolitik der chinesischen Führung, da immer mehr Han-Chinesen in dem Land angesiedelt werden und dadurch ein Ungleichgewicht zugunsten Chinas zwischen Siedlern und Einheimischen entsteht. Der Vorwurf der Tibeter, China würde Völkermord betreiben, ist nicht von der Hand zu weisen, denn die Übervölkerung mit Fremden verfälscht und zerstört die Kultur des Lande, sodass sie irgendwann in Vergessenheit gerät. Dieser Umstand ist nicht zuletzt auch den, von China gelenkten Schulen zu verdanken, da die sogenannte Entwicklungshilfe dafür sorgt, dass die traditionelle Lebensweise der Tibeter immer mehr in Vergessenheit gerät.

Es ist sicherlich als ein Schachzug zu bewerten, wenn China den Dalai Lama zu Verhandlungen einlädt, um über die „Problematik Tibet“ zu sprechen, denn eine Unabhängigkeit des Landes dürfte in einer sehr fernen Zukunft liegen. Es ist kaum anzunehmen, dass China irgendwann gewillt ist, die Besetzung Tibets aufzugeben. Gründe sind vor allem die in den letzten Jahren gefundenen, nicht unerheblichen Mengen an Rohstoffen wie Kupfer, Gold, Erdöl und viele andere Bodenschätze und die Tatsache, dass China sein Gesicht vor der Welt wahren möchte. Doch das wäre schwierig, wenn die Besetzung Tibets aufgehoben werden würde.